]a[ Akademie der bildenden Künste Wien
Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften
Seminar im Wintersemester 2011/12
Ästhetik und Kunstsoziologie III (040082)
Kritische Kunstsoziologie. Klassische Texte I
Dienstag, 10-13Uhr, zweiwöchentlich.
11.10., 25.10., 08.11., 22.11., 06.12., 17.01.
Die feministische Kunsthistorikerin Linda Nochlin hatte 1971 eine hämisch formulierte Frage, die eigentlich konstatiert was sie vermeintlich beantwortet wissen will – „Warum hat es keine bedeutenden Künstlerinnen gegeben?“ – zum Ausgangspunkt ihrer Untersuchung gemacht und beantwortet: wegen der institutionellen Rahmenbedingungen des Kunstschaffens. Dass solche Rahmen immer Teil des Bildes sind und die sozialen, ökonomischen und politischen Bedingungen der künstlerischen Produktion auf diese selbst einwirken, scheint heute ein Allgemeinplatz. Es stellen sich allerdings nach wie vor die Fragen: wie und inwiefern? Die Verhältnisse von und zwischen „Kunst“ und „Gesellschaft“ verstehen sich also keinesfalls von selbst.
Die Kunstsoziologie hatte sich zur Aufgabe gemacht, diese Verhältnisse zu entwirren. Ihr ging es sowohl um die formale und inhaltliche Beschaffenheit der künstlerischen Arbeiten, wie auch um die Produktionsbedingungen und sozialen Funktionsweisen der Kunst, um die Bedeutung des Publikums, der Kunstinstitutionen (Museum) und der Distribution (Galerien, private Sammlungen) sowie um die soziale Stellung von KünstlerInnen und BetrachterInnen. Einerseits war auch die frühe Kunstsoziologie dabei schon interdisziplinär ausgerichtet und bezog kunsthistorische, kunstwissenschaftliche und philosophische Methoden und Kenntnisse mit ein. Andererseits war es zudem nicht selten Anspruch kunstsoziologischer Texte, selbst in die analysierten und offengelegten gesellschaftlichen Verhältnisse einzugreifen.
Ziel des Seminars ist es, anhand klassischer Texte der kritischen Kunstsoziologie deren zentrale Themenstellungen und Begrifflichkeiten herauszuarbeiten. Anhand ausgewählter Schriften von Georg Simmel, Max Raphael, Hanna Deinhard, Arnold Hauser, Walter Benjamin u.a. werden auch theoretische Anschlussmöglichkeiten und empirische Tauglichkeiten der frühen Kunstsoziologie für die Gegenwart diskutiert.
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Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften
Vorlesung im Wintersemester 2011/12
Ästhetik und Kunstsoziologie I (040085)
Die Kritik der Kultur.
Einführung in Kultursoziologie, Cultural Studies und Estudios Culturales.
Dienstag 15.11., 10-14 Uhr, Dienstag, 29.11., 10-14 Uhr.
Donnerstag 15.12.: 13-17 Uhr
Dienstag, 10.01., 10-14 Uhr, Dienstag, 24.01., 10-14 Uhr.
Die Kritik an einem zu starren und ahistorischen Kulturbegriff ist den verschiedenen kulturtheoretischen Strömungen der letzten Dekaden – der deutschsprachigen Kultursoziologie, den britischen Cultural Studies und den lateinamerikanischen Estudios Culturales – gemeinsam. Nicht mehr nur Werte, Normen und Werke einer (national formierten) Gesellschaft, sondern der Kampf um Bedeutungsproduktion, die Institutionalisierung und Instituierung sowie alltägliche Praktiken gerieten in den Fokus der Kulturtheorien. In der Frage allerdings, ob und/oder inwiefern aus einer Kritik am Kulturbegriff auch eine Kritik mit Kultur an gesellschaftlichen Verhältnissen wurde, differieren die Ansätze oft erheblich. Entlang des Verhältnisses von Kultur und Macht werden in der Vorlesung die Gemeinsamkeiten und Differenzen der verschiedenen Ansätze anhand zentraler Begrifflichkeiten vorgestellt – von „Alltagsverstand“ über „Differenz“, „Hybridität“ und „Identität“ bis „Zeichen“.
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ADKV-Art Cologne Preis für Kunstkritik 2011
[Pressemitteilung download als pdf]
[Laudatio von Gerald Raunig download als pdf]
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Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften
Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2011
040087 Ästhetik und Kunstsoziologie II (Vorlesung)
Los Grupos im Raum der Möglichkeiten
Zweiwöchentlich dienstags, 10-13h, Raum M13.
08.03., 22.03., 05.04., 03.05., 17.05., 31.05., 28.06.
Mexiko nach 1968: Im künstlerischen Feld entsteht eine Bewegung kollektiver Organisierungs- und Schaffensprozesse, die so einzigartig wie paradigmatisch ist. Die Kunstgeschichte kennt sie mittlerweile als das Phänomen „los grupos“, die Gruppen. Sie entsteht einerseits vor dem Hintergrund der spezifischen kunsthistorischen und politischen Bedingungen in Mexiko. Andererseits muss sie als Teil von weltweit entstehenden Konzeptualismen begriffen werden, die das Verhältnis von Kunst und Politik neu ordneten.
Die Vorlesung widmet sich der konkreten Post-68er-Konstellation in Mexiko ebenso wie den kunsttheoretischen Fragestellungen. Inhaltlich wird der häufigen Ausklammerung des Zusammenhangs von künstlerischen Praktiken mit jenen sozialer Bewegungen dabei ebenso widersprochen wie der Behauptung eines ubiquitär wirksamen künstlerischen Aktivismus. In der Diskussion verschiedener kulturtheoretischer Ansätze werden die Überlappungen von Kunstproduktion und emanzipatorische Politik als besonderer „Raum der Möglichkeiten“ (Bourdieu) konzipiert.
040089 Ästhetik und Kunstsoziologie III (Seminar)
Leiden Betrachten. Dokumentarismen, Intervention, Geschichtspolitik.
Zweiwöchentlich dienstags, 10-13h, Raum M13.
15.03., 29.03., 12.04., 10.05., 24.05., 07.06., 21.06.
Dass Solidarität nicht mehr – falls jemals und falls überhaupt – aus geteiltem Leid entsteht, ist ein Kennzeichen postmoderner Gegenwartsgesellschaften. Diese von Richard Rorty getroffene Feststellung hat weit reichende Konsequenzen, auch für die künstlerische Produktion. Denn so genannte dokumentarische Strategien basierten lange Zeit auf der Hoffnung, das Aufzeigen von Leiden führe zu Mit-Leiden und im Anschluss daran zum Kampf für (politische) Veränderungen.
Die Plausibilität dieser Abfolge von Praxis und Effekten ist aber nicht nur durch die sozialen Bedingungen ins Wanken geraten: Auch die Struktur des Visuellen selbst hat die Dilemmata solcher Dokumentarismen schnell offensichtlich werden lassen: Das, was ist, lässt sich unvermittelt nicht abbilden. Und jede Abbildung, die erreichen soll, was noch nicht ist, kann erstens kaum als objektiv („dokumentarisch“) gelten und zweitens ihren Zweck nicht garantieren, d.h. auch zu Voyeurismus führen statt zu Solidarität. Diese Probleme sind also nicht neu und kunst- wie kulturtheoretisch anspruchsvoll diskutiert worden. Sie betreffen die Visual Studies ebenso wie entscheidende Fragen der Geschichts- und Erinnerungspolitik. Die zentralen Debatten um die Fallstricke des politischen Dokumentarismus werden im Seminar anhand ausgewählter Texte (Susan Sontag, George-Didi Huberman, Hito Steyerl u.a.) und Bilder nachgezeichnet und diskutiert, um schließlich die Möglichkeiten einer Bildpolitik ohne Opfer auszuloten.
Ringvorlesung Theoretische Ansätze und Methoden
[gemeinsam mit Prof. Dr. Elke Gaugele]
Dienstags, 18h, Raum M13
TU Wien
Institut für Kunst und Gestaltung
Modul 22 Kunsttransfer
264.026 Vorlesung: Kunst im öffentlichen Raum
Termine: Mittwochs, 10-13h. 09.03., 23.03., 06.04., 13.04., 11.05., 25.05., 08.06.
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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2011
Ästhetik und Kunstsoziologie I (Vorlesung)
040085 Herrschaft und Geschmack. Pierre Bourdieus Kunsttheorie in der Diskussion
Zweiwöchentlich Mittwochs, 10-13h, Raum M20
13.10., 27.10., 10.11., 24.11., 15.12., 12.01., 26.01.
Ästhetik und Kunstsoziologie III (Seminar)
040082 Ästhetisches Regime oder ästhetische Disposition. Bourdieu vs. Rancière
[gemeinsam mit Prof. Dr. Ruth Sonderegger]
Dienstags, 10-13h, Raum M13
19.10., 09.11., 16.11., 23.11., 30.11., 07.12., 14.12., 11.01., 18.01., 25.01.
Ringvorlesung Theoretische Ansätze und Methoden
[gemeinsam mit Prof. Dr. Elke Gaugele]
Dienstags, 18h, Raum M13
[Semesterprogramm als pdf]
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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2010
Jeweils dienstags, 10-13 Uhr, Raum M13.
040087 Ästhetik und Kunstsoziologie II (Vorlesung)
„Nützliche Schemata“
Grundbegriffe, Ansätze und Konzepte der kritischen Kulturtheorien
Antonio Gramsci hatte die Voraussetzungen für gesellschaftliche Transformationen – ebenso wie die für deren Verhinderung oder Ausbleiben – in den Denk- und Wahrnehmungsschemata der Menschen verortet: „Nützliche Schemata“ seien dies, insofern sie erstens die Einteilung und Klassifizierung der sozialen Welt ermöglichten und diese dadurch zweitens handhabbar machten. Gramsci stellt nur einen der Ausgangspunkte dar, von denen aus kulturtheoretische Zeitdiagnosen sich mit politischem Engagement verknüpften, sei es in den britischen Cultural Studies, in den lateinamerikanischen Estudios Culturales und selbst in den französischen und deutschsprachigen Kultursoziologien. Die unterschiedlichen konzeptuellen Versuche, dabei die viel gescholtene „Kulturalisierung des Sozialen“ zu vermeiden, werden in der Vorlesung anhand einzelner Begriffe, Konzepte und auch theoretischer Genealogien herausgearbeitet. Die Überlappungen kritischer Kulturstudien zum Feminismus und anderen sozialen Bewegungen ebenso wie zu künstlerischen Praktiken werden dabei weitere Schwerpunkte der Vorlesung bilden.
Termine: 09.03., 23.03., 20.04., 04.05., 18.05., 01.06., 15.06., 29.06.
040089 Ästhetik und Kunstsoziologie III (Seminar)
Soziologie des Regimes
Akkumulationsregime, ästhetisches Regime, Blickregime, Geschlechterregime, Grenz- und Migrationsregime, Wahrheitsregime, Zeichenregime etc. – eine ganze Reihe von Regime-Begriffen hat in den letzten Jahren kulturtheoretische und politische Debatten geprägt. Anders als in der alltagsgebräuchlichen Rede vom „politischen Regime“ bezeichnet der Begriff zwar in der Regel ein Dominanzverhältnis, jedoch nicht vornehmlich einen Repressionszusammenhang: Das Regime unterdrückt nicht nur, sondern produziert auch, bringt hervor, motiviert und aktiviert. Im Seminar sollen die verschiedenen Regime-Begriffe im Kontext ihrer theoretischen Ansätze herausgearbeitet, erläutert und auf ihre kultur- und sozialtheoretische Reichweite hin diskutiert werden.
Termine: 16.03., 13.04., 27.04., 11.05., 08.06., 22.06.
Ringvorlesung Theoretische Ansätze und Methoden
Dienstags 18-20 Uhr, Raum M13.
Programm [download als pdf]
TU Wien
Institut für Kunst und Gestaltung
264.070 Modul 22 Kunsttransfer
264.026 | Kunst im öffentlichen Raum
Vorlesung: Die Verhandlungssache öffentlicher Raum und Kunst als reflexiver Interventionismus
Termine: Mittwochs, 10-13 Uhr, 17.03., 24.03., 14.04., 28.04., 12.05., 26.05., 09.06., 23.06.
Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) hat im Allgemeinen den Anspruch, über das spezialisierte Publikum der Kunstinstitutionen hinaus breitere Rezipientenkreise zu erreichen. Das dahinter stehende Interesse kann von rein dekorativen über umweltgestalterische Ansprüche bis zu subversiven Absichten und politischen Manifestationen reichen. Grundlage für die Mehrzahl der interessanteren Ansätze ist die Forderung der historischen Avantgarden nach einer Aufhebung der Trennung von Kunst und Lebenspraxis. Immer mehr wird KiöR aber auch von firmen- oder (kommunal-)politischen Interessen als wettbewerbsstrategischer Faktor begriffen. Die Frage, was den öffentlichen Raum überhaupt als solchen konstituiert, rückt dadurch wieder in Zentrum der Auseinandersetzung. Zur Verhandlungssache wird der öffentliche Raum insofern auf zwei verschiedenen Ebenen: Haben KünstlerInnen durch ihre Interventionen den öffentlichen Raum erst als solchen ausgehandelt, steht er innerhalb der gegenwärtigen Privatisierungstendenzen als finanzielle Verhandlungsmasse zur Disposition. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Vorlesung den politischen Potenzialen von Kunst im öffentlichen Raum. Dabei wird sowohl ein Überblick über die theoretischen Debatten gegeben, als auch ein Einblick in historische künstlerische Praktiken vermittelt. Dass die Geschichte der Kunst im öffentlichen Raum als westeuropäisch-nordamerikanisches Narrativ zu ihrem Verständnis entscheidende Tendenzen ausblendet, sollen Beispiele Kunstpraktiken aus Lateinamerika verdeutlichen.
Universität Wien
Projektstudiengang Internationale Entwicklung
Seminar (gemeinsam mit Luz Kerkeling, M.A.):
140461: "Modernisierung" in Mexiko
Termine:
Freitag, 26.03.2010, 11-13h
Samtag, 24.04.2010, 10-18h + Sonntag, 25.04.2010, 11-15h.
Samstag, 12.06.2010, 10-18h + Sonntag, 13.06.2010, 11-15h.